geschrieben von Spaetsommerkind | 25 Jan, 2010, 17:44
Morgen schreiben wir BWL und ich kämpfe mich gerade durch das seitenlange Skript. Manche Dinge bleiben gut hängen, andere wiederum nicht und ich muss morgen mal wieder Mut zur Lücke beweisen.

Es soll eine Aufgabe geben, wo wir selbst überlegen sollten und wo kein Stoff abgefragt wird. Ich glaube, die Aufgabe kann ich vergessen. Die letzten Arbeiten liefen deshalb so gut, weil lediglich Stoff abgefragt worden ist. Naja, mal sehen. Bin jedenfalls froh, wenn die Arbeit weg ist und ich mich bis Freitag nur noch um FK kümmern muss. Ist schon genug zu lernen. Naja, eigentlich schon zu viel für drei Tage, aber naja, das wird schon irgendwie gehen. Hoffe ich.
Schule war heute eigentlich ganz gut, viel gelacht und in der letzte Stunden ne interessante Unterhaltung gehabt. Leider sind wir aufgefallen und mussten die Klappe halten.
Seit fast einem Jahr mache ich mir nun Gedanken, wie es nach meiner Ausbildung weitergehen soll. Zwar werde ich für ein halbes Jahr übernommen, aber das vergeht ja auch wie nichts und innerhalb dieser Zeit müssen meine Zukunftsvorstellungen ja auch konkret werden. Studium in Köln. Viele Zweifel, ob ich es schaffe. Allerdings würde ich gerne nach Köln ziehen, wieder in NRW leben. Andererseits möchte ich die Kontakte, die ich hier geknüpft habe, nicht wieder trennen. Arbeiten. Halt da, wo ich etwas finde. Falls ich etwas finde. Weltwirtschaftskrise sei Dank. =/
Irgendwann werde ich wohl zwangsläufig in die Nähe oder zu meinen Eltern ziehen müssen. Mit irgendwann meine ich in etwa 20 bis 30 Jahren. Aber daran denke ich eben auch schon, aber das sollte mich halt nicht in meinen Entscheidungen für die kommenden Jahre großartig beeinflussen.
Ich finde es schwer und ich komme zu keiner Entscheidung, hinter der ich stehen könnte. Zumal es ja auch mit einem Studiums- bzw. Arbeitsplatz ja auch erst einmal klappen muss.
geschrieben von Spaetsommerkind | 24 Jan, 2010, 16:33
Ich kann mich kaum noch an die Zeit erinnern, als ich die richtige Bezeichnung für meine Angst heraus fand. Ich weiß nur noch, dass ich gegoogelt hatte und irgendwann auf den Begriff "Soziale Phobie" stoß. Ich las mir die Symptome durch und fand mich dort wieder. Die Denkweise, die Sozialphobiker innerhalb von Jahren verinnerlicht haben, sodass sie die Gedanken gar nicht mehr bewusst denken müssen. Sie leben sozusagen diese Denkweise und deswegen ist es so schwer, den Kreis zu unterbrechen.
Damals tat es schon gut, zu wissen, was nicht stimmte, was mir das Leben so schwer machte. Die Angststörung ist mein stetiger Begleiter, aber ich habe noch Glück gehabt. Im Gegensatz zu anderen kann ich ein annähernd normales Leben führen. Ich kann arbeiten (wo ich sehr viel mit Menschen zu tun habe) und ich pflege soziale Kontakte, allerdings unterschiedlich regelmäßig. Aber ich gerade immer wieder in Situationen, in denen ich merke, dass diese Angststörung nach wie vor ein Teil von mir und meinem Leben ist. Es gibt Phasen, in denen ich mich besonders beschissen fühle, aber die sind glücklicherweise nicht sehr häufig und die letzte liegt auch schon einige Zeit zurück. Allerdings merke ich auch im "normal" laufenden Alltag, dass ich Probleme damit habe, mich mit anderen Menschen auseinander zu setzen. Telefonate werden verschoben oder gar nicht erst gemacht. Anstatt eines Anrufs, gibt es entweder eine E-Mail oder eine SMS. Begegne ich Menschen, von denen ich glaube, dass sie mir unangenehme Dinge sagen könnten, versuche ich ihnen aus dem Weg zu gehen oder so zu tun, als würde ich sie nicht bemerken. Komme ich doch mal in die Situation einen Anruf machen zu müssen und mir wird zugehört, überschlägt sich fast mein Herz und in den meisten Fällen, verspreche ich mich oder stottere.
Solche Situationen kommen immer wieder, aber dennoch muss ich sagen, dass sich die ganze Sache in den letzten drei Jahren doch deutlich gebessert hat. Ich neige immer noch zum Fluchtverhalten, aber es gibt immer wieder Momente, wo ich mich meiner Angst stelle, weil ich genau weiß, dass ich mich dafür hassen würde, wenn ich es nicht täte.
Im ersten Augenblick hat das etwas Positives an sich, aber etwas aus zu tun, nur damit man sich hinterher nicht selbst in der Luft zerreißt, ist immer noch weit von dem entfernt, was man als normal bezeichnen würde. Ein Telefonat sollte eine problemlose und einfache Sache sein und kein Kampf, den man unbedingt gewinnen muss, um sich danach noch im Spiegel ansehen zu können.
Sobald man weiß, was einen plagt, möchte man wissen, warum es einen plagt und wie lange eigentlich schon. Für mich konnte ich diese Fragen noch nicht beantworten. Mir fallen immer wieder Momente ein, die in irgendeiner Weise bezeichnend sind, aber sie helfen mir nicht weiter. Das gewisse Puzzelteil fehlt noch. Obwohl die Ursache allen Übels bei der "Heilung" keine Rolle spielt, ist es mir doch ein inneres Bedürfnis, zu wissen, warum. Allerdings ist es mühselig manchmal. Obwohl es nicht offiziell ist, bin ich mir ziemlich sicher, dass mein Vater ebenfalls ein Sozialphobiker ist. Ich denke zwar nicht, dass Soziale Phobie direkt vererbbar ist, aber als Kind guckt man vieles ab... Oder hat es doch etwas mit Vererbung zu tun? Jedenfalls komme ich sehr nach meinem Vater und vermute dort die Ursache für meine soziale Phobie.
geschrieben von Spaetsommerkind | 24 Jan, 2010, 14:46
Ich sollte jetzt fleißig mein BWL-Skript durchbüffeln, zumal ich die ganze Woche noch kein bisschen gelernt habe. Weder für BWL noch für irgendein anderes Fach. Ich friere und ich bin müde. Würde ich Kaffee kochen, würde ich ihn ja doch nur wieder kalt werden lassen. Der Tag vergeht heute wieder viel zu schnell. Ich würde gerne ohne schlechtes Gewissen im Bett liegen, 'n DVD gucken oder lesen und zwischendurch immer wieder einschlafen oder dösen. Nur komisch, dass ich das nie tue, wenn ich könnte. Wenn ich die Zeit dafür hätte, bin ich so gelangweilt, dass ich auf solche Dinge keine Lust habe. Keine Lust auf Schlafen, denn man könnte ja was verpassen. Nur, wenn man die Möglichkeit hat, sich auszusuchen, was man machen möchte, dann entscheidet man sich letztendlich für nichts, weil man sich nicht entscheiden kann.
Die letzte Schulwoche bis März beginnt morgen und wäre ich diese Woche nicht so faul gewesen, würde diese jetzt nicht so schlimm werden, aber ich lerne daraus einfach nicht. Wahrscheinlich brauche ich den Druck, die Angst und die schlechte Laune.
Auch auf die Gefahr hin, dass er doch wieder kalt wird, mache ich Kaffee. Das Skript wird zu Ende gelesen und mit viel Glück mache ich dann auch noch die Aufgaben.
Wenn die Sonne scheinen würde, wäre alles viel einfacher.
geschrieben von Spaetsommerkind | 24 Jan, 2010, 11:36
Ich habe ein Dach über dem Kopf, einen gefüllten Kühlschrank. Ich mache eine Ausbildung, verdiene mein eigenes Geld, werde zudem noch von meinen Eltern unterstützt (nicht nur finanziell). Ich habe Zugang zu Bildung. Ich habe Möglichkeiten. Es gibt Menschen, denen ich wichtig bin, die sich um mich kümmern. Ich habe Menschen, die mir wichtig sind und um die ich mich kümmern kann. Ich kann lesen, schreiben und rechnen. Ich lebe im Überfluß und trotzdem finde ich immer noch zig Gründe, unzufrieden sein, weil es immer Menschen gibt, die etwas haben, von dem ich glaube, dass ich es auch brauche und haben will. Ich bin vergiftet mit Neid. Und dabei habe ich es so gut. Ich habe mehr, als ich brauche und will trotzdem immer noch mehr. Ich scheine nie satt zu sein. Immer mehr und immer schneller. Am besten schon gestern. Jammern auf verdammt hohem Niveau.
Ich spreche ganz persönlich für mich.
geschrieben von Spaetsommerkind | 21 Jan, 2010, 16:47
Am kommenden Samstag, nach drei Monaten, geht es endlich wieder ins Kino. Wir schauen uns AVATAR an. Ich habe bisher eigentlich nur gutes darüber gehört und als ich den Trailer sah, bekam ich eine Gänsehaut. Und der Soundtrack ist zum Verlieben schön. Ich freu mich also sehr auf Samstag, auch wenn ich vormittags arbeiten muss. Mal sehen, wie das wird. Das letzte Mal gearbeitet habe ich am 19.12.2009. Danach hatte ich drei Wochen Urlaube und seitdem Berufsschule. Kommende Woche Freitag bekommen wir unser Halbjahreszeugnis und ich bin dieses Mal wirklich zufrieden. Wenn ich Deutsch-Literaturkunde am vergangenen Montag nicht total versemmelt habe, dann kann ich auf einen Notendurchschnitt von etwa 1,5 oder 1,6 hoffen. So gut war ich noch nie und ich freu mich unheimlich darüber. Am Montag schrieben wir auch Rechnungswesen. Ich hatte danach ein unglaublich schlechtes Gefühl und rechnete mit einer 5. Aber Überraschung, so schlecht war es gar nicht. Heute erfuhren wir die Note für die Arbeit und die Zeugnisnote. 2,2 in der Arbeit und eine 2 wirds auf dem Zeugnis. War zwar schon mal besser in Rechnungswesen, aber ich freu mich über diese 2. Ich freu mich sogar sehr, weil ich einfach nicht damit gerechnet habe.
Heute hatten einige ihre mündliche Prüfung (Verkürzerklasse). Obwohl ich noch bis Juli warten muss, war ich heute schon total aufgeregt. Irgendwie lasse ich mich durch andere sehr schnell und stark anstecken, was ihre Gefühle angeht. Naja, jedenfalls weiß ich jetzt schon, dass ich Wochen woher durch den Wind sein werde und die Nacht davor nicht schlafen kann. Es wird grauenvoll. Ich weiß zwar, dass ich es überstehen werde, aber die Zeit davor ist die Hölle. Und allein der Gedanke daran reicht, um bei mir Magengrummeln hervorzurufen.